1982 hatte erstmals eine Gruppe von Frauen in Berlin den Mut, an die Öffentlichkeit zu gehen und ihre Erfahrungen sexualisierter Gewalt in der Kindheit zu benennen.
Der erste Selbsthilfegruppe von Frauen, die in ihrer Kindheit sexualisierte Gewalt erlebt haben, entstand. Ein Jahr später, 1983, gründete diese Gruppe den bundesweit ersten Wildwasser Verein. Aufgrund der großen Nachfrage von betroffenen Mädchen und Frauen entstand die erste Beratungs- und Informationsstelle zu sexualisierter Gewalt in der BRD.
In den folgenden Jahren kam es auch in anderen Städten der BRD zu weiteren Gründungen von Wildwasser Vereinen durch betroffene Frauen.
Wildwasser München – Initiative gegen sexuellen Missbrauch e.V. wurde im Mai 1999 von 13 Frauen gegründet. Gemäß der Entstehungsgeschichte der Wildwasser Vereine war der Verein offen für die aktive Mitarbeit von betroffenen Frauen, die sowohl in der Öffentlichkeitsarbeit, als auch bei der Anleitung von Selbsthilfegruppen und bei der Beratung von Betroffenen aktiv waren.
Wildwasser München e.V. kämpft mit seiner Arbeit gegen die Tabuisierung von sexualisierter Gewalt und gegen die Mythen zu deren Rechtfertigung. Wir klären auf über Ursachen, Ausmaß und Folgen von sexualisierter Gewalt, sowie über Täterstrategien und Präventionsmöglichkeiten.
Sexueller Missbrauch betrifft alle Schichten der Gesellschaft. In München leben ca. 700.000 Frauen und Mädchen (Stand 31.12.09). Schätzungen zufolge erleben 25-30 Prozent der Frauen in ihrer Kindheit und Jugend sexualisierte Gewalt. Das bedeutet, dass allein im Stadtgebiet München zwischen 175.000 und 210.000 betroffene Frauen leben.
Wir unterstützen Frauen jeden Alters und jugendliche Mädchen, die sexualisierter Gewalt in der Kindheit oder Jugend ausgesetzt waren oder sind, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung, Nationalität, Hautfarbe, so genannten Behinderung, gesellschaftlichem Status oder kulturellem Hintergrund. Wir beraten außerdem nicht missbrauchende Bezugspersonen der betroffenen Frauen sowie professionelle UnterstützerInnen und Fachkräfte.
Wir arbeiten mit einem feministischen Konzept parteilich und ressourcenorientiert mit den und für die betroffenen Frauen und Mädchen.
Bis Ende 2007 arbeiteten alle Mitarbeiterinnen bei Wildwasser München e.V. ausschließlich ehrenamtlich, d.h. unbezahlt. Seit Anfang 2008 ist es uns möglich, für Fachberatung, Traumatherapie, Präventionsworkshops und einen Teil anderer Arbeiten ein Honorar bzw. Gehalt zu bezahlen. Ein Teil der Arbeiten wird weiterhin ehrenamtlich geleistet.
Frauen können sich sowohl fördernd als auch aktiv in die Vereinsarbeit einbringen. Eine aktive Mitfrauenschaft beinhaltet die Möglichkeit, an den Vereinstreffen teilzunehmen, in denen über aktuelle Themen aus der Arbeit der Beratungsstelle informiert wird und neue Ideen für die Erreichung der Ziele eingebracht und diskutiert werden. Auch ehrenamtliches Engagement bei bestimmten Projekten/Aufgaben ist möglich.
Fördermitglied kann jede natürliche oder juristische Person werden.
Wildwasser München finanziert sich ausschließlich über Beiträge und Spenden. Deshalb sind wir immer auf Spenden angewiesen zur Erhaltung der Beratungsstelle und um das breitgefächerte Hilfsangebots aufrecht erhalten zu können.
Wildwasser München e.V. ist als gemeinnützig anerkannt. Spenden können steuerlich abgesetzt werden.